Drei Jahre caffè UNO.
Ab Frühling 27 entsteht im Müller-Bräu Areal in Baden eine neue Location, rund 300 Quadratmeter, Rösterei und Espressobar an einem Ort (Gleis 1 bleibt natürlich) Ein neues zu Hause, wobei es sich weniger wie ein grosser Schritt anfühlt sondern eher wie etwas das sich einfach ergibt.
Wenn ich auf die letzten drei Jahre zurückschaue, dann war da selten dieses Gefühl von einem klaren Plan. Es ist vieles einfach passiert. Schritt für Schritt, manchmal ziemlich ungeordnet, manchmal mit Zweifel ob das überhaupt so Sinn macht weil wir doch selber keine Ahnung hatten. Und trotzdem hat sich daraus etwas entwickelt das sich heute sehr stimmig anfühlt. Auch schön, dass heute nicht mehr alles so schnell umsetzbar ist, weil der Anspruch an sich selber höher ist.
MIt der Zeit ist das ganze mehr geworden als einfach ein Projekt. Es ist irgendwo ein legères Lebensgefühl geworden. Die Freiheit Dinge so zu gestalten wie sie sich richtig anfühlen. Ziemlich so, wie ich das von der Zeit als Spitzensportler kannte. Manchmal erwische ich mich, dass sich Situationen wie früher anfühlen, leicht und einfach. Den Alltag selber zu formen, Entscheidungen im eigenen Rhythmus zu treffen und auch die nächsten Schritte so zu setzen wie ich sie brauche und nicht wie man es vielleicht erwarten würde.
Von aussen wirkt das Ganze oft sehr intensiv vielleicht und wahrscheinlich auch. Für mich fühlt es sich aber eher wie ein konstanter Fluss an. Etwas an dem wir arbeiten, ohne dass es sich schwer oder erzwungen anfühlt. Eher wie etwas das sich durchzieht und mitläuft.
Was ich dabei wieder gelernt habe ist wie wichtig es ist sich auch bewusst rauszunehmen. Früher im Spitzensport war das völlig normal, man wusste genau wann man leisten muss und wann man sich zurückzieht. Ich habe lange gebraucht um das wieder zu verstehen. Heute ist es ein Teil davon geworden. Nicht immer perfekt, aber immer viel bewusster.
Vielleicht ist es genau diese Mischung die dazu führt dass sich auch das was jetzt kommt nicht schwer anfühlt. Die neue Location ist nicht dieses eine grosse Ding das alles verändern wird, sondern eher die Fortsetzung von etwas das schon länger da ist. Ein nächster Schritt der sich logisch anfühlt ohne dass man ihn gross erklären muss.
Spezialitätenkaffee ist dabei immer noch das was uns verbindet, auch wenn er sich nicht von selbst erklärt. Darum nehmen wir uns die Zeit Dinge erlebbar zu machen, Gespräche zu führen, Emotionen zu schaffen. In einer Welt in der Wissen überall verfügbar ist bleibt am Ende ein Gefühl, dass richtig sein muss.
Und vielleicht ist genau das das Wichtigste was ich in diesen drei Jahren gelernt habe. Weniger vergleichen, weniger überlegen ob es irgendwo anders schneller oder besser geht. Einfach den eigenen Weg gehen und ihm vertrauen, auch wenn er nicht immer gerade ist. Schaut am besten mal unser letztes Video auf Instagram an, dort ist die Geschichte ganz rasch erklärt :)
https://www.instagram.com/reel/DXyLhIsM5AO/?igsh=Mzl3MjhlcXMwcW5w
Danke an alle, die das mittragen!
Bis bald an der Bar
Nicolas